Immersive Technologien haben sich in wenigen Jahren grundlegend verändert. Was einst als isolierte VR-Demonstration mit Headset am Messestand begann, ist heute Teil komplexer Erlebnisarchitekturen. XR, Virtual Reality und Metaverse-Konzepte stehen nicht mehr für Einzelattraktionen, sondern für integrierte Systeme, die Audio, Licht, Visuals, Echtzeit-Rendering und Netzwerktechnologie miteinander verbinden.
Auf der Prolight + Sound Guangzhou bringen wir Innovationen zusammen, die Räume verwandeln, Menschen verbinden und neue Formen des Erlebens ermöglichen. XR und immersive Anwendungen verstehen wir als kraftvolle Werkzeuge, die Events, Installationen, Bildungskonzepte und Markenkommunikation nachhaltig prägen. Unser Anspruch ist es, eine Plattform zu schaffen, auf der aus Technologie echte Erfahrung wird und aus Unterhaltung nachhaltige Wirkung.
Von der VR-Attraktion zum Experience-Ökosystem
Noch vor wenigen Jahren galt VR als spektakulärer Blickfang. Ein Headset, ein kurzes Eintauchen in eine virtuelle Welt, ein Aha-Moment. Doch dieser Ansatz greift heute zu kurz. Immersion wird zunehmend als räumliches Gesamtsystem gedacht.
Das zeigte sich bereits in den vergangenen Ausgaben der Messe. Anbieter wie XRFun präsentierten großflächige Location-Based-VR-Ansätze, die mehrere Besucherinnen und Besucher gleichzeitig in virtuelle Umgebungen integrieren. Die Plattform Visual X machte deutlich, wie sich Digital Vision, intelligente Displays und immersive Szenografien zu komplexen Erlebnisräumen verbinden lassen.
Der entscheidende Wandel liegt im Maßstab und in der Integration. Immersion entsteht nicht mehr allein durch das Headset, sondern durch das Zusammenspiel aus Raum, Inhalt, Interaktion und technischer Infrastruktur.
XR braucht Infrastruktur
Wer heute immersive Events plant, denkt nicht nur an Content. Er denkt an Systemarchitektur.
Auf der Hardwareseite entwickeln Unternehmen wie PICO, DPVR und HTC leistungsfähige Standalone-Headsets und Business-Lösungen, die für professionelle Anwendungen ausgelegt sind. Sie bilden den Zugang zur virtuellen Welt.
Doch ebenso entscheidend sind großformatige visuelle Umgebungen. LED-Hersteller wie Absen, Unilumin oder ROE Visual treiben XR-Stages, LED-Tunnel und immersive Wände voran. Diese Technologien ermöglichen es, virtuelle Inhalte in physische Räume zu übertragen und hybride Setups zu realisieren.
Hinzu kommen Echtzeit-Engines wie die von Epic Games entwickelte Unreal Engine, die längst Standard für Virtual Production, Digital Twins und interaktive 3D-Umgebungen geworden ist. Sie bildet die Software-Ebene, auf der virtuelle Welten erzeugt und gesteuert werden.
Erst das Zusammenspiel dieser Komponenten macht Immersion skalierbar. Netzwerkprotokolle, Tracking-Systeme, Synchronisation und Medienserver sorgen dafür, dass alle Elemente präzise zusammenarbeiten. Immersion ist damit weniger ein Produkt als ein Ökosystem.
Metaverse im professionellen Kontext

Besucher testen VR-Headsets im immersiven VisualX-Messestand auf der Prolight + Sound Guangzhou 2025.
Der Begriff Metaverse wurde in den vergangenen Jahren stark diskutiert. Während sich der Hype im Consumer-Bereich teilweise relativiert hat, gewinnt das Konzept im professionellen Event- und Installationsmarkt an Kontur.
Im Kontext von Live-Kommunikation bedeutet Metaverse nicht zwingend eine einzelne Plattform. Vielmehr beschreibt es persistente digitale Räume, die physische und virtuelle Ebenen miteinander verbinden. Digitale Zwillinge von Veranstaltungsorten, hybride Eventplattformen, XR-basierte Trainingsumgebungen oder interaktive Markenräume sind konkrete Ausprägungen dieses Gedankens.
Plattformen wie ZEPETO zeigen, wie sich soziale Interaktion, Avatare und digitale Identitäten in virtuelle Welten integrieren lassen. Für die Eventbranche entstehen daraus neue Formate: Pre-Events im virtuellen Raum, digitale Erweiterungen physischer Messen oder dauerhafte Brand Spaces, die über einzelne Veranstaltungstage hinaus Bestand haben.
Die Prolight + Sound Guangzhou bildet dabei eine Schnittstelle zwischen Entertainment-Technologie und professioneller Anwendung. Hier wird Metaverse nicht als Trendbegriff, sondern als technische Architektur diskutiert.
Location-Based VR als skalierbares Eventformat
Ein weiterer Baustein immersiver Strategien ist Location-Based VR. Anders als bei individuellen Headset-Erlebnissen stehen hier kollektive Erfahrungen im Mittelpunkt. Free-Roam-Konzepte und Social-VR-Formate ermöglichen es Gruppen, gemeinsam in virtuelle Szenarien einzutauchen.
Unternehmen wie Sandbox VR oder Zero Latency demonstrieren, wie sich VR zu einem eigenständigen Eventformat entwickeln kann. Mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewegen sich gleichzeitig in einem physischen Raum, während Motion Tracking und Rendering in Echtzeit synchronisierte virtuelle Umgebungen erzeugen.
Für Veranstalterinnen und Veranstalter eröffnet das neue Möglichkeiten: immersive Teamevents, interaktive Produktpräsentationen oder thematische Erlebnisräume, die weit über klassische Messeauftritte hinausgehen.
Beyond Entertainment: Neue Anwendungsfelder
„Where tech goes beyond entertainment“ erhält vor diesem Hintergrund eine klare inhaltliche Bedeutung. Immersive Technologien werden nicht mehr ausschließlich für spektakuläre Shows eingesetzt. Sie finden Anwendung in Bildung, Kultur, Tourismus, Corporate Communication und Simulation.
Museen und Kulturinstitutionen nutzen XR inzwischen, um historische und künstlerische Inhalte nicht nur zu zeigen, sondern räumlich erfahrbar zu machen. Immersive Ausstellungen wie Van Gogh – The Immersive Experience oder die digitalen Inszenierungen in den Bassins de Lumières in Bordeaux verbinden monumentale Projektionen, 3D-Sound und teilweise VR-Stationen zu begehbaren Bildwelten. In ehemaligen Industriehallen entstehen so multisensorische Räume, in denen Besucherinnen und Besucher durch Inhalte wandern, statt sie frontal zu betrachten.
Unternehmen gehen einen ähnlichen Weg. Marken wie BMW oder Porsche setzen Virtual Production Studios mit LED-Volumes ein, um Fahrzeuge in fotorealistischen, virtuellen Umgebungen zu inszenieren, ohne physisch an jedem Drehort zu sein. Produkte lassen sich in Echtzeit konfigurieren, Szenarien flexibel anpassen und hybride Launch-Events gleichzeitig physisch und digital ausspielen. Technologien wie die Unreal Engine von Epic Games bilden dabei häufig die Grundlage für diese Echtzeit-Workflows.
Auch im Bereich Sicherheit und Weiterbildung gewinnen immersive Simulationen an Bedeutung. Flughäfen, Energieversorger oder Industriebetriebe arbeiten mit digitalen Zwillingen ihrer Anlagen, um Prozesse zu testen und Notfallszenarien zu simulieren. In der Eventbranche selbst werden Venues zunehmend virtuell modelliert, um Besucherströme, Evakuierungsrouten oder Setups vorab realitätsnah zu prüfen. VR-basierte Trainingssysteme ermöglichen es, komplexe oder risikobehaftete Situationen gefahrlos zu üben, bevor sie in der Realität stattfinden.
Diese Beispiele verdeutlichen, dass XR, Virtual Production und digitale Zwillinge längst konkrete Werkzeuge im professionellen Umfeld sind. Genau an dieser Schnittstelle setzt die Prolight + Sound Guangzhou an: Immersive Technologien werden nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenspiel von Display, Audio, Echtzeit-Rendering, Netzwerktechnik und Szenografie gedacht.
Ein Blick nach vorn
Die kommende Ausgabe der Prolight + Sound Guangzhou wird zeigen, dass Immersion längst kein Nischenthema mehr ist. XR, VR und Metaverse-Technologien entwickeln sich zu zentralen Bestandteilen professioneller Produktionsprozesse.
Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, ob immersive Technologien eingesetzt werden, sondern wie sie integriert werden. Welche Rolle spielt Echtzeit-Rendering im Messebau. Wie lassen sich LED-Installationen mit Tracking-Systemen kombinieren. Welche Netzwerkinfrastruktur ist notwendig, um hybride Formate stabil umzusetzen.
Immersion wird damit zum strategischen Thema für Planerinnen und Planer, Integratoren, Kreative und Technikerinnen und Techniker gleichermaßen.
XR, Metaverse und Virtual Reality stehen heute für eine Verschiebung innerhalb der Eventbranche. Vom Effekt zur Infrastruktur. Von der Einzelanwendung zum vernetzten System. Von der reinen Unterhaltung zur professionellen Anwendung.
Die Prolight + Sound Guangzhou bietet dafür eine Bühne, auf der diese Entwicklung greifbar wird. Wenn Technologie über Unterhaltung hinausgeht, entstehen neue Räume für Kommunikation, Interaktion und Erfahrung.
Guangzhou zeigt, dass Immersion nicht nur ein Trend ist. Sie ist ein Baustein der nächsten Generation von Events.






