Livestreaming ist heute ein fester Bestandteil der Creator-Welt. Ob Produktvorstellung, Gaming-Session, Live-Q&A oder Event-Berichterstattung – Influencerinnen und Influencer nutzen Livestreams, um mit ihrer Community in Echtzeit zu interagieren. Damit ein Livestream nicht nur funktioniert, sondern auch professionell wirkt, braucht es die richtige Kombination aus Software, Hardware und Setup.
Gerade für Einsteigerinnen und Einsteiger ist der Markt unübersichtlich. Dieser Beitrag bietet deshalb einen klaren Überblick über bewährte Tools, erklärt die technischen Grundlagen eines typischen Livestream-Setups und gibt Empfehlungen für Soft- und Hardware, mit denen der Einstieg gelingt.
Das Grundprinzip: Was ein Livestream-Setup leisten muss
Ein Livestream besteht technisch gesehen aus drei zentralen Komponenten: dem Aufnahmegerät (z. B. Kamera und Mikrofon), dem Encoding-Tool (meist eine Software wie OBS oder Streamlabs) und der Übertragung an eine Plattform wie YouTube, Twitch oder TikTok.
Dabei kommt es nicht nur auf gute Bild- und Tonqualität an, sondern auch auf eine stabile Verbindung und einfache Steuerbarkeit. Gerade im Influencer-Kontext ist es wichtig, dass das Setup nicht zu kompliziert ist, aber dennoch eine gewisse Qualität liefert, die zur eigenen Marke passt.
Software: Die Steuerzentrale des Livestreams
Zu den bekanntesten Tools im Bereich Livestreaming gehören OBS Studio und Streamlabs. Beide sind kostenlos und eignen sich gut für den Einstieg.
OBS Studio
OBS (Open Broadcaster Software) ist ein Open-Source-Tool, das vor allem durch seine Flexibilität überzeugt. Es erlaubt die Einrichtung mehrerer Szenen, die zwischen Kamera, Bildschirmaufnahme, Overlays oder Mediadateien wechseln können. Besonders für alle, die eine individuelle Optik oder mehrere Quellen gleichzeitig zeigen möchten, ist OBS eine gute Wahl.
Allerdings braucht OBS etwas Einarbeitungszeit. Wer jedoch plant, regelmäßig zu streamen oder sich technisch etwas mehr zutraut, wird die Möglichkeiten zu schätzen wissen.
Streamlabs
Streamlabs basiert technisch auf OBS, ist aber speziell für den Einsatz von Creatorinnen und Creatorn optimiert. Es bietet viele Vorlagen für Overlays, Alerts und Widgets, die sich direkt in den Stream integrieren lassen. Zudem gibt es integrierte Tools für Spenden, Chat-Moderation und Zuschauerstatistiken.
Für Anfängerinnen und Anfänger ist Streamlabs häufig die erste Wahl, da viele Funktionen vorkonfiguriert und intuitiv nutzbar sind. Wer später mehr Kontrolle oder Performance möchte, kann problemlos zu OBS wechseln.
Hardware: Die richtigen Tools für Bild, Ton und Verbindung
Ein Livestream steht und fällt mit der Qualität von Bild und Ton. Während viele Plattformen heute bereits mit Smartphones funktionieren, empfehlen sich für einen professionelleren Auftritt zusätzliche Geräte.
Empfohlene Hardware für Einsteiger
- Kamera: Eine spiegellose Kamera oder DSLR liefert meist bessere Bildqualität. Für den Einstieg reicht aber auch eine gute Full-HD-Webcam.
- Mikrofon: Klarer Ton ist wichtiger als ein perfektes Bild. Ein USB-Kondensatormikrofon ist ideal für Streaming-Anfängerinnen und -Anfänger.
- Capture Card: Wer eine externe Kamera verwenden will, benötigt meist eine Capture Card wie die Elgato Cam Link. Sie wandelt das HDMI-Signal der Kamera in ein USB-Signal um, das vom Computer erkannt wird.
- Beleuchtung: Gutes Licht verbessert die Bildqualität deutlich. Eine einfache Ringleuchte oder zwei Softboxen helfen dabei, das Gesicht gleichmäßig auszuleuchten.
- Internetverbindung: Eine stabile Leitung ist Pflicht. Für Full-HD-Streams werden mindestens 6 Mbit/s im Upload empfohlen, besser sind 10 oder mehr. LAN ist dabei zuverlässiger als WLAN.
Zusätzliche Tools für mehr Interaktion
Gerade bei Influencer-Livestreams spielt die Interaktion mit der Community eine zentrale Rolle. Tools wie StreamElements, Restream oder Lightstream helfen dabei, den Stream dynamischer zu gestalten.
StreamElements etwa erlaubt das Einbinden von Alerts, Spenden-Widgets oder Umfragen direkt im Browser. Restream ermöglicht es, einen Stream gleichzeitig auf mehreren Plattformen zu übertragen. Das ist besonders hilfreich, wenn man die eigene Reichweite ausbauen möchte. Lightstream wiederum läuft komplett im Browser und eignet sich besonders für Streamerinnen und Streamer, die mobil oder ohne leistungsstarken Rechner arbeiten möchten.
Mobile Setups: Streaming unterwegs
Wer von Events, Messen oder unterwegs streamen möchte, braucht ein Setup, das leicht transportierbar ist. Viele Smartphones bieten heute bereits solide Kameras, doch für stabilere Streams empfehlen sich Tools wie Prism Live Studio oder LIVECORD, mit denen sich Overlays, Chat und Plattformsteuerung auch mobil umsetzen lassen.
Externe Mikrofone für Smartphones, etwa von Rode oder Shure, verbessern den Ton erheblich. Auch mobile Router oder LTE-Hotspots sind sinnvoll, wenn kein verlässliches WLAN zur Verfügung steht.
Gut geplant ist halb gestreamt
Wer mit dem Livestreaming beginnt, muss nicht sofort in teures Profi-Equipment investieren. Wichtiger ist ein klares Verständnis für die Anforderungen und ein durchdachtes Setup, das zur eigenen Zielgruppe passt. Mit Tools wie OBS Studio oder Streamlabs, einem guten Mikrofon und etwas Licht lassen sich schon heute hochwertige Livestreams umsetzen – auf dem Desktop wie mobil. Wer dann noch gezielt mit der Community interagiert, schafft echte Nähe und hebt sich vom wachsenden Angebot ab.






