Opus Award Gewinner steht fest – Staatstheater Kassel gewinnt mit Raumbühne Pandaemonium

Mit dem Opus Award verleihen der Verband der Veranstaltungstechnik und Medien (VPLT), der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren (EVVC) und die Messe Frankfurt jährlich die renommierte Branchenauszeichnung für besondere Leistungen in den Bereichen Inszenierung, technische Realisation, Bühnen- und Szenenbild sowie Lichtdesign. Die Verleihung des Opus findet am 27. April 2023 im Rahmen der Prolight + Sound, der internationalen Leitmesse der Veranstaltungs- und Veranstaltungstechnik, statt.

Raumbühne "Pandaemonium" - ein neuartiges Logentheater-Konzept

Der diesjährige Preis geht an das Staatstheater Kassel, das mit "Pandaemonium" ein neuartiges Logentheater-Konzept vorstellte, das unterschiedlichste Bühnenflächen und Blickbeziehungen realisierte und das Publikum ganz nah an das Geschehen heranführte.
Das Besondere an dieser ausgeklügelten Konstruktion sind die ausreichend großen Abstände zwischen den Zuschauerplätzen, die auch in der von der Corona-Pandemie geprägten Zeit große Opernproduktionen ermöglichten.
So konnten im Staatstheater Kassel Opern wie „Wozzeck“ oder „Tosca“ mit Orchester und Chor vor Publikum aufgeführt werden.

Pandaemonium: 60 Tonnen Gerüstmaterial

Die harten Restriktionen in den letzten beiden Jahren der Corona waren für die Veranstaltungsbranche ein schwerer Schlag. Umso erfreulicher ist es, dass die schöpferische Kraft bei vielen Verantwortlichen der Kunst-, Kultur- und Bühnenbranche neue Ideen hervorgebracht hat.

Das „Pandaemonium“ des Staatstheaters Kassel steht symbolisch für den zukunftsorientierten Umgang mit den Herausforderungen der Krise. Das Team um Florian Lutz (Intendant Staatstheater Kassel, Regie Wozzeck), Sebastian Hannak (Bühnenbildner) und Mario Schomberg (Technischer Direktor) konnte neben den großen Zeitfenstern, die auch ein Maximum an Planungssicherheit boten, neue Nutzungs- und Spielformen im Theater ausloten und ein visionäres Konzept für den Theaterbetrieb erfolgreich umsetzen.

Das Pandaemonium wurde als dreigeschossiger, kreuzförmiger Baukörper mit Haupt-, Hinter- und Seitenbühnen errichtet, der bis in den Zuschauerraum hineinragte. Ebenso verband das Pandaemonium den Zuschauerraum sowie die Klang- und Szenenflächen zu einem Ort des gemeinsamen Theatererlebnisses.

Die Aufbauten auf der Bühnenfläche haben eine Gesamthöhe von 7,90 Metern und sind über einen diagonal über die Hauptbühnenfläche verlaufenden 16 Meter langen Steg mit den Seitenbühnen verbunden.

Der gesamte Gerüstbau des PANDAEMONIUM hatte eine Länge von über einhundert Metern. Foto: Sebastian Hannak

Das Orchester fand seinen Platz in der Mitte der Bühne, die bis zu 270 Zuschauer*innen haben ihren Platz rund um die Bühnenspielfläche auf drei Stockwerken in der komplexen Konstruktion verteilt.

Durch das Raumkonzept konnten sich die Darsteller*innen innerhalb der gesamten Installation frei bewegen, was zu ganz neuen Möglichkeiten führte, das Publikum in die Inszenierung mit einzubeziehen.

Zusätzlich zu den Leinwänden sorgten zahlreiche Flachbildschirme dafür, dass das Geschehen auf der Bühne von jedem Platz aus verfolgt werden konnte.

Videokonzept und Videodesign für beide Opernproduktionen stammen von dem Videokünstler Konrad Kästner.

Neue Wege in der Planung gefragt

Bereits bei der Planung und Vorbereitung des Projekts waren neue Wege gefragt, denn aufgrund der Pandemie musste auch diese digital erfolgen.

Vincent Kaufmann, Mitglied des Projektteams „digital.DTHG“ der Deutschen Theatertechnischen Gesellschaft, gestaltete das Projekt virtuell und begleitete auch den gesamten Produktionsprozess von den ersten Skizzen über die Bauprobe mittels VR-Headsets bis zur Premiere digital. Dies war in Zeiten eingeschränkter Kontaktmöglichkeiten die einzig mögliche Herangehensweise und eine elementare Basis für die erfolgreiche Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Architekt Oliver Mann betreute das Projekt als Bauleiter, Björn Schmidt-Hurtienne von EHS die Statik, Werkstattleiter Harald Gunkel die gesamte bühnenbildnerische Umsetzung. Karl-Walter Heyer war als Leiter der Tonabteilung mit seinem Team für den Betrieb der Raumbeschallungsanlage verantwortlich. Theaterobermeister Andreas Lang und seine Bühnenmeister sowie die Kolleg*innen der Bühnentechnik und Requisite unter der Leitung von Anne Schulz leisteten im Vorfeld und in der Betreuung des Pandaemoniums ganze Arbeit.

Opus Award - seit 2002 fester Bestandteil der Prolight + Sound

Seit 2002 ist der traditionsreiche Opus Award fester Bestandteil der Prolight + Sound. Träger des Opus sind der Verband der Veranstaltungstechnik und Medien (VPLT), der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren (EVVC) und die Messe Frankfurt.
Eine Fachjury aus Verbandsmitgliedern, Branchenexpert*innen, Medienvertreter*innen sowie Vertreter*innen der Messe Frankfurt wählt den Gewinner aus.

Alle weiteren Informationen zu Opus und zur Prolight + Sound unter www.prolight-sound.com

Die Veranstaltung findet vom 25. bis 28. April 2023 statt.

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