Mira Wölfel: „Ein offenes Ohr ist das A und O“

Nach der Messe ist vor der Messe - das gilt vor allem für die Mitarbeiter der Messe Frankfurt. Für Mira Wölfel beginnen - noch während die Prolight + Sound für Besucher und Aussteller geöffnet ist - bereits die Vorbereitungen für die Messe im folgenden Jahr. Die Leiterin der Abteilung Sales & Planning berichtet in einem kurzen Interview, was bei der Planung und Vorbereitung der Messe zu tun ist und welche außergewöhnlichen Anliegen manche Aussteller haben.

Welches Aufgabenfeld haben Sie bei der Messe Frankfurt?

Mira Wölfel, Leiterin der Abteilung Sales & Planning

Mira Wölfel, Leiterin der Abteilung Sales & Planning

Als Leiterin der Abteilung Sales & Planning verantworte ich die Vertriebsaktivitäten für Prolight + Sound und Musikmesse. Das Wichtigste dabei: die Bedürfnisse der Unternehmen im persönlichen Kontakt gemeinsam zu analysieren und die bestmöglichen Präsentationsmöglichkeiten auf der Messe zu finden. Eine sorgfältige Beratung und ein offenes Ohr – auch für außergewöhnliche Wünsche – sind das A und O. Für die Ausstellerbetreuung und die Umsetzung von Sales-Kampagnen leite ich ein Team aus erfahrenen Vertriebsspezialisten. Darüber hinaus koordinieren wir von Frankfurt aus ein globales Sales-Netzwerk, das für unsere Kunden in über 160 Ländern präsent ist.

Während für die Aussteller die Zeit kurz vor und während der Messe am arbeitsintensivsten ist, ist es bei Ihnen sicher genau umgekehrt. Welche Aufgaben liegen vor Ihnen, wenn die Messe vorbei ist?

Eine internationale Messe wie die Prolight + Sound ist das Ergebnis eines ganzen Jahres harter Arbeit. Genau genommen sogar noch länger – denn bereits bevor sich die Messetore öffnen, laufen die Planungen für das Folgejahr. Und selbstverständlich ist nach der Messe schon wieder vor der Messe. So auch 2017: Wie in jedem Jahr haben wir nach der Veranstaltung den Dialog mit der Branche weitergeführt, um Feedback zur Prolight + Sound 2017 einzuholen, haben die Ergebnisse sorgfältig analysiert und Umfragedaten ausgewertet. Das ist sehr wichtig, um die Messe im Sinne unserer Kunden zu optimieren. In den kommenden Wochen stehen weitere Gespräche mit Ausstellern und Verbänden an. Darin wird es unter anderem um die zukünftige Hallenaufplanung gehen, also darum, wie sich die Produktgruppen im bestmöglichen Kontext zueinander präsentieren lassen. Entscheidend dabei ist, vorteilhafte Wechselwirkungen zwischen Prolight + Sound und Musikmesse zu gewährleisten.

Was sind die größten Herausforderungen, vor denen Sie bei Ihrem Job stehen?

Die Prolight + Sound bietet dem gesamten Spektrum der Veranstaltungstechnik eine Plattform: von Licht und Ton über Theater und Bühne bis hin zu AV-Medientechnik und Systemintegration. Parallel dazu zeigt die Musikmesse die Welt der Musikinstrumente und viele weitere Themen rund um Musik. Dass es bei der Vielzahl an Marktsegmenten, die sich auf den beiden Veranstaltungen präsentieren, unterschiedlich gelagerte Interessen gibt, liegt in der Natur der Dinge. Die Herausforderung für uns als Messeveranstalter besteht darin, bei der strategischen Konzeption des Messeduos all diese Interessen zu berücksichtigen. Die Voraussetzung dafür ist der kontinuierliche Dialog mit der Branche, von dem ich eingangs sprach. Ebenso wichtig ist die Bereitschaft zur Veränderung.
Und damit sind wir bereits bei der zweiten großen Herausforderung: Denn mit dem digitalen Wandel ändern sich auch die Anforderungen an eine fortschrittliche Messeplattform. Wir sind von einer nie dagewesenen Fülle an Informationen umgeben, die sich im Netz abrufen lassen. Aber: Die Produkterfahrung unter Realbedingungen, die Begegnung mit Kunden und Potenzialen, das Networking und der Wissenstransfer mit anderen Branchenakteuren – das alles ist weiterhin unersetzlich und lässt sich in dieser Form auf keiner Website und über keinen Online-Vertriebskanal transportieren. Vor diesem Hintergrund ist es unsere Aufgabe, den Mehrwert eines Messebesuchs Jahr für Jahr zu stärken. So haben wir auch 2017 neue Formate wie das Sonderareal „Silent Stage“ umgesetzt und unser Weiterbildungsprogramm noch ausgebaut. Selbstverständlich nutzen aber auch wir die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation. Beispielsweise, indem wir über den Blog der Prolight + Sound, über unsere Sozialen Medien oder die Online-Ausstellersuche Sichtbarkeit für die Neuheiten unserer Aussteller generieren.

Was waren außergewöhnliche oder „verrückte“ Anliegen von Ausstellern, an die Sie sich erinnern können?

In der Geschichte der Musikmesse und der Prolight + Sound wurden einige extravagante Vorhaben von Ausstellern umgesetzt. Zu den Highlights zählen die Errichtung einer Bodyflying-Arena oder eines Motodroms mitten auf dem Messegelände – oder ein Promo-Flug der schnellsten Kameradrohne der Welt. Solche Projekte stellen hohe Anforderungen an die Logistik und Organisation, oft sind auch rechtliche oder versicherungstechnische Fragen vorab zu klären. Hier unterstützen wir so gut wie möglich, damit die aufwendigen Aktionen unserer Aussteller ihre volle Wirkung entfalten können.

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