Der schmale Grat zur Realität: Immersive Technolgien

Frisch für den Weltenbauer.Award 2019 nominiert und bereits vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Zusammenarbeit mit MusicTech Germany gefördert, überzeugt die Visionärin Evelyn Hriberšeks auch mit ihrer zweiten Installation "Eurydike". Dabei entführt sie mithilfe verschiedener Medien in andere Welten. Mit den Überschreitungen auf verschiedenen Ebenen macht die Künstlerin von sich reden – der Einsatz von Virtual und Augmented Reality macht es möglich. Mit ihrem ersten Werk O.R.Pheus begeisterte sie bereits 2012 in München. Ihr neues Werk "Eurydike" ist eine gänzlich neue Erfahrung. Diese vermischt Kunstinstallation, Musiktheater, Gaming und Virtual Reality miteinander.

Nichts für schwache Nerven

Immersive Technologien Eurydike PLSEurydike ist eine kleine Welt voller Rätsel mit drastischen Bildern und sphärischen Klängen. Mit einer VR-Brille und im Schutzanzug können Besucher ihre ganz persönliche Erfahrung innerhalb der Installation machen. In beengenden, hermetischen Räumen, die architektonische Ähnlichkeiten zum ersten Stück O.R.pheus aufweisen, wird die Geschichte fortgesetzt - ähnlich, aber eben doch anders. Viel Zeit gibt es nicht, aber umso intensiver das Erlebte. Immersive Technologien werden hier vereint, um eine völlig verschobene Realität zu schaffen. Eine Mixtur aus Gaming, Theater und Oper, die ein einmaliges Schauspiel liefert.

Was steckt dahinter?

Inspiriert von der Sage "Orpheus und Eurydike" beschäftigte sich Evelyn Hriberšek mit der Frage weshalb Orpheus die Grenze zum Totenreich überschritt und wo man heutzutage eine solche Grenzüberschreitung findet. Das Element des Unheimlichen spielte in ihrer Arbeit eine tragende Rolle. Sie ließ weitere Einflüsse aus der Medizin der 1950er Jahre einfließen, da Schönheit und das Äußere damals extrem wichtig schienen. Hriberšek denkt, dass wir auch heute wieder in einer Zeit leben, in der das Äußere und der Schein wichtiger sind als alles andere. Eurydike PLS Immersive Technologien

Der Bunker, in dem O.R.pheus zu Trage kam, stellte eine Realität dar, von der man nicht wusste, ob sie überhaupt existierte oder niemals fertig gestellt wurde. Ziel war es mit dem Smartphone grafische Zeichen zu finden. Eine selbstentwickelte AR-App offenbarte so den Content, um sich die Geschichte des Ortes zusammen zu bauen und die Geheimnisse zu ergründen. Dem selben Prinzip folgt auch "Eurydike".

Die Künstlerin hinter den Kulissen

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Hriberšek hat in der Computerspielindustrie gearbeitet und an bekannten Marken wie der "Resident Evil"-Serie mitgewirkt. Sie ist Regisseurin und Autorin und kommt aus der Theaterszene und überlässt nichts dem Zufall. Planvoll und detailgetreu insziniert sie ihre Stücke. Doch anders als andere Künstler will sie kein Massenpublikum abfertigen. Die Künstlerin will ein individuelles Erleben für den Einzelnen schaffen.  Sie will den Besucher mit seinen Ängsten und eigenen Ungewissheiten angesichts einer medial zunehmend entfremdeten Welt konfrontieren. Eine Mixed-Reality-Erfahrung, die aktuelle Themen in Frage stellt und sich auf das Rollenverständnis in unserer High-Tech-Gesellschaft konzentriert.

Bilder: Eurydike

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